
von Edgar L. Gärtner
Der flächendeckende Stromausfall, der am 28. April 2025 die ganze iberische Halbinsel lahmlegte und (nach inoffiziellen Angaben) 147 Todesoper forderte, ist inzwischen hinreichend analysiert worden, auch bei EIKE. Bislang wenig beachtet wurde jedoch die Tatsache, dass die Gefahr eines weiteren Blackouts in Spanien seither nicht geringer geworden ist, weil die sozialistische Regierung unter Pedro Sánchez aus der Beinahe-Katastrophe nicht nur halbherzige, sondern geradezu perverse Schlüsse gezogen hat.
Schon zu Beginn dieses Jahres, genau am 28. Januar stand die Elektrizitätsversorgung Spaniens schon wieder auf der Kippe, als der heranrückende Orkan „Kristin“ den brutalen Stopp Tausender von Windturbinen erzwang. Dieses Mal konnte ein Zusammenbruch des Stromnetzes vermieden werden, weil der Netzbetreiber Red Electrica de España (REE) bei der Ankündigung des Sturms rechtzeitig dafür gesorgt hatte, dass beim Ausfall der Windräder genügend viele Gaskraftwerke hochgefahren und wichtige Großverbraucher von Elektrizität abgeschaltet waren. Ende April 2025 hatte der Netzbetreiber falsch reagiert, indem er Gas- und andere herkömmliche Kraftwerke mit rotierenden trägen Massen herunterfahren ließ, um Platz für den instabilen Solarstrom zu schaffen.
REE konnte sich dabei auf eine Regelung, den Servicio de Respuesta Activa de la Demanda (SRAD) berufen, die schon im Jahre 2023 Gesetzeskraft erlangt hatte. Im Frühjahr 2025 ließ sich REE dennoch von einem Peak der Solarleistung und deren abrupte Unterbrechung durch aufziehende Wolken überraschen. Inzwischen ist SRAD aber offenbar zu einem Standardverfahren geworden, das die spanischen Stromkunden viel Geld kosten wird, denn die von Stromabschaltungen betroffenen Unternehmen müssen entschädigt werden. In diesem Sommer geschah das im Wochenrhythmus. Weiterlesen

