von Edgar L. Gärtner

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Ich habe mich geirrt. Denn ich habe das Credo der Grünen über längere Zeit mit dem Nihilismus in Verbindung gebracht. Damit lag ich aber wohl falsch. Denn der Nihilismus, obwohl in meinen Augen verwerflich, kann doch eine ziemlich anspruchsvolle philosophische Position darstellen. Weshalb ich mich gerade jetzt korrigiere, liegt auf der Hand: Es ist die professionell vorbereitete und straff organisierte Propaganda-Aktion um die junge schwedische Autistin Greta Thunberg und ihre psychisch kranke Promi-Familie sowie um den jungen YouTuber Rezo. Beide Aktionen fanden innerhalb kürzester Zeit ein überwältigendes öffentliches Echo und halfen dem Durchmarsch der Grünen bei den jüngsten EU-Wahlen. Was besonders auffällt: Ein gutes Drittel der unter 30-jährigen Wähler hat seine Stimme den Grünen gegeben. Aus eigener Anschauung weiß ich aber, dass auch viele der zahlenmäßig viel stärkeren über 60-jährigen Grün gewählt haben. Bei diesen spielte offenbar der Einsatz der Grünen für mehr Bio-Kost eine besondere Rolle, während sie über andere, für sie eher irritierende Anliegen der Grünen wie die Anerkennung der Gender-Ideologie, der Homo-Ehe und die früh-Sexualisierung der Schulkinder hinwegsahen. Bestritten haben die Grünen ihren Wahlkampf mit äußerst primitiven, ja kindischen Parolen wie „Klimawandel stoppen!“ oder „Kommt, wir bauen das neue Europa!“. Genau besehen, brauchten die Grünen gar keinen richtigen Wahlkampf zu machen. Die Stimmen von Jung und Alt flogen ihnen ganz von allein zu.
Wie lässt sich das erklären? Offenbar teilen vor allem die jungen Leute längst das schlichte Natur- und Menschenbild der Grünen. An der Stelle einer geheimnisvollen Natur mit einer Vielzahl ineinander verflochtener Zyklen von Werden und Vergehen stehen hier geradlinige Zusammenhänge wie insbesondere zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und der Durchschnittstemperatur der Erde. Eine zunächst extreme erkenntnistheoretische Position, der Konstruktivismus, ist inzwischen offenbar zum Hauptstrom geworden. Das schlägt sich nicht zuletzt auch im Menschenbild nieder: Die natürliche Dichotomie zwischen männlich und weiblich soll abgelöst werden durch die freie Wahl zwischen mehreren Dutzenden konstruierten Geschlechtern. Der Blick aufs Smartphone oder auf den Computer-Bildschirm ersetzt die Beschäftigung mit der gegenständlichen Realität. So findet man nichts dabei, für die angebliche Verbesserung der CO2-Bilanz durch den Einsatz von E-Autos und Windrädern Kinderarbeit im afrikanischen Kobalt-Bergbau zu akzeptieren und/oder geschützte Tierarten und wertvolle Wälder und am Ende auch die menschliche Freiheit zu opfern. Weiterlesen





Das vorliegende Buch, das sich spannender als ein Vatikan-Reißer von Dan Brown liest, erschien zunächst lediglich online in englischer Sprache. Die von einem Vatikan-Insider unter Pseudonym veröffentlichte Abhandlung enthüllt Hintergründe und Interna des Rücktritts des hochgelehrten deutschen Papstes Benedikt XVI. sowie der Wahl und des Regierungsstils seines hemdsärmeligen argentinischen Nachfolgers Franziskus (Jorge Mario Bergoglio). Inzwischen wurde der Autor enttarnt. Es handelt sich um den britischen Historiker Henry Sire, der als Mitglied des Malteser-Ordens längere Zeit im Vatikan weilte. Der Malteser-Orden suspendierte ihn daraufhin. Seine Recherchen führten Sire zum Schluss, dass es sich bei Bergoglio um eine der gefährlichsten Gestalten handelt, die je den Stuhl Petri bestiegen hat. Bei seiner Wahl habe nicht der Heilige Geist, sondern ein geheimes Netzwerk linksliberaler Kardinäle die Fäden gezogen. Dessen Spiritus rector, der belgische Kardinal Godfried Daneels, bezeichnete dieses Netzwerk nach der geglückten Wahl Bergoglios selbst in einem TV-Interview als „St.Gallen-Mafia“. 
Wer heute auf einer Party oder einer Familienfeier ein gutes Wort für den Kapitalismus einlegt, der erntet meistens entgeisterte Blicke. Dabei fällt der Vergleich zwischen der Marktwirtschaft und anderen Wirtschaftsformen so eindeutig zugunsten der erstgenannten aus, dass eine Verteidigung sich erübrigen sollte. Besonders eindrucksvoll erscheint die rasche Überwindung der kommunistischen Misswirtschaft mit Millionen von Hungertoten in China. Um dahin zu gelangen, musste die herrschende Kommunistische Partei nur nach und nach offene Märkte zulassen. Kaum weniger beeindruckend verlief die Entwicklung in Südkorea, das sich infolge marktwirtschaftlicher Reformen innerhalb weniger Jahrzehnte von einem armen Agrarland in ein wohlhabendes Hochtechnologie-Land verwandelte. Nicht zuletzt zeigt auch das durch Ludwig Erhard eingeleitete westdeutsche Wirtschaftswunder im Vergleich zur Misere der DDR-Planwirtschaft die Vorzüge der wirtschaftlichen Freiheit. Dennoch halten heute die meisten Menschen im Westen den Kapitalismus für ein Nullsummenspiel, in dem der Wohlstand der einen nur durch die niederträchtige Ausbeutung der anderen erzeugt werden kann. Getrieben vom Neid, suchen sie die Armut einzig durch die zwangsweise Umverteilung von Reichtum zu überwinden. Der Antikapitalismus sei zur Zivilreligion geworden, stellt Rainer Zitelmann fest. Er versucht dennoch, Fakten sprechen zu lassen, obwohl er weiß, dass gerade diejenigen, die er überzeugen möchte, sein Buch, wenn überhaupt, nur mit spitzen Fingern anfassen werden. Besonders intensiv widmet er sich den Ursachen der Finanzkrise von 2007/2008, die den Linken rund um den Globus als Beweis für das „Marktversagen“ gilt. Dabei gehört der Finanzsektor längst zu den am strengsten regulierten Wirtschaftszweigen. Nicht freie Entscheidungen von Marktteilnehmern, sondern gutmenschliche, das heißt waghalsige politische Eingriffe in den Immobilienmerkt haben die Subprime-Krise in den USA ausgelöst. Verschleppt, nicht gelöst wurde die Finanzkrise durch die „Rettung“ maroder Banken über die Aufnahme neuer Staatsschulden, deren Abbau auf demokratischem Wege immer unwahrscheinlicher wird. Edgar L. Gärtner