Rodney Stark: Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in neuem Licht. A. d. Englischen von Klaus Binder und Bernd Leineweber. Verlag Haffmanns & Tolkemitt. Berlin 2013. 383 Seiten. Geb. € 22,95
Das Stichwort „Kreuzzüge“ dient in politischen Auseinandersetzungen noch immer als Schimpfwort, um die katholische Kirche der frommen Bemäntelung der Raubzüge rauer Gesellen in Ritter-Rüstungen zu zeihen. Dabei wissen wir inzwischen, dass das Bild gieriger Haudegen, die es mehr auf Goldschätze und edle Gewürze als auf den Schutz der heiligen Stätten in Jerusalem vor den Angriffen muslimischer Heere abgesehen hatten, von Voltaire und anderen „Aufklärern“ in die Welt gesetzt wurde. Diesen ging es darum, das ganze Mittelalter als finster und abergläubisch zu schmähen, um ihr eigenes Wirken umso glanzvoller erscheinen zu lassen. Die materialistische Geschichtsfälschung wurde später vom Marxismus zum System ausgebaut. Der bekannte amerikanische Religionssoziologe Rodney Stark hingegen nimmt den Glauben der Kreuzritter, in Gottes Bataillonen gedient und in Notwehr gehandelt zu haben, durchaus ernst. Er zeigt anhand historischer Forschungen, dass Christen und Juden im Nahen Osten tatsächlich durch das Vordingen der seldschukischen Türken bedroht waren. Er zeigt auch auf, dass um die erste Jahrtausendwende zwei Kirchen koexistierten: eine Kirche der Macht, in der Ämterkauf (Simonie) üblich war, und eine Kirche der Frömmigkeit, zu der neben dem einfachen Volk nicht nur die Ordensleute, sondern auch viele hochrangige Adelige zählten. Die Kreuzritter gehörten eindeutig zur frommen Fraktion. Sie mussten ihre Güter verpfänden, um sich für den Kreuzzug rüsten zu können. Abgesehen von den auf internationale Kreditgeschäfte spezialisierten Templern konnte sich niemand von ihnen bereichern. Weiterlesen
„Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst nichts auf der Welt.“ Dieser Satz aus Otto von Bismarcks Reichstagsrede vom 6. Februar 1888 wurde oft als Beleg für das aggressive Machtstreben der politischen Elite des deutschen Kaiserreiches zitiert – und zwar nicht nur von Lohnschreibern der Entente-Mächte, die Deutschland schon etliche Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges faktisch eingekreist hatten, sondern auch von jenen deutschen Historikern wie Fritz Fischer und Emmanuel Geiss, die der im fatalen Versailler Friedens-Diktat ausgesprochenen Kriegsschuld-Zuschreibung, getrieben von linkem Selbsthass, voll zustimmten. Sie unterschlugen dabei, wie Bismarck fortfuhr: „Und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt.“ In der Tat lag die Bewahrung des Friedens im ureigensten Interesse aller Deutschen (die Führungsschicht eingeschlossen), denn die wirtschaftliche Stärke der rasch aufstrebenden Kontinentalmacht gründete sich nicht auf den Besitz eines Kolonialreiches, sondern auf den Pioniergeist und den Geschäftssinn ihrer Unternehmer (insbesondere der Chemie- und Elektroindustrie). Die Zeit arbeitete für den Kaiser und die hinter ihm stehende Industrie. Dem Reichskanzler Bismarck gelang es, dieses Friedensinteresse durch geschickte Diplomatie gegenüber den Bestrebungen der Kolonialmächte England und Frankreich durchzusetzen. Seine Nachfolger waren leider nicht halb so geschickt. So konnte das Unheil seinen Lauf nehmen. 


Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine verbreitete entzündliche Hautkrankheit, unter der allein in Deutschland in unterschiedlichem Ausmaß schätzungsweise zwei Millionen Personen leiden. Bei den meisten Psoriasis-Kranken ist die Kopfhaut besonders stark betroffen. Die beschleunigte Teilung der Hautzellen und die damit verbundene Ablösung von Schuppen verursachen dauerhaft rote Flecken und einen starken Juckreiz. Die Ursachen der unangenehmen Erkrankung mit potenziell schweren Folgen wie Gelenkentzündungen, Herzinfarkten und Depressionen liegen noch immer weitgehend im Dunkeln. Man weiß nur, dass Erbfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Dem entsprechend gibt es auch keine kausale Therapie. Die meisten Psoriasis-Patienten kämpfen ihr ganzes Leben lang mit den Symptomen.
„Wir glauben, dass unsere Zivilisation kurz vor dem Zusammenbruch steht.“ Mit diesem Bekenntnis eröffnen zehn wissenschaftlich und wirtschaftlich erfolgreiche christliche Professoren ihr gerade erschienenes Kollektiv-Werk „Höllensturz und Hoffnung.“ Es handelt sich dabei durchaus nicht um ein weiteres Stück jener auf Computer-Hochrechnungen beruhenden Warnungen vor dem angeblich nahenden Weltuntergang, derer wir langsam, aber sicher überdrüssig werden, sondern um eine durchaus umsichtige und seriöse Krisendiagnose durch Mediziner, Wirtschaftswissenschaftler, Physiker, Informatiker, Juristen und Theologen. Die Professoren wollen nicht einfach die Unmäßigkeit der modernen Menschen anprangern, sondern die inneren Zusammenhänge aufdecken, die dazu führen, dass es den Westen schon bald nicht mehr geben wird, während das Leben auf dem Planeten weiter geht.