
Die öffentliche Wertschätzung deutscher Naturschutzverbände ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die langjährige Blockade des nicht nur verkehrstechnisch, sondern im Prinzip auch ökologisch sinnvollen Großprojektes Stuttgart 21 – angeblich wegen des Schutzes eines seltenen Käfers, den keiner der dort engagierten Berufsdemonstranten je gesehen hat – ist daran sicher nicht unschuldig. Es gibt Dutzende ähnlicher Fälle, in denen Naturschutzverbände mithilfe von Klagen und Demonstrationen lebenswichtige Verkehrsprojekte jahrelang verzögert, wenn nicht ganz verhindert haben. Dabei springt auch ungeschulten Beobachtern das Missverhältnis zwischen den Kosten und dem ökologischen Nutzen der geforderten Investitions-Verzichte oder Ausgleichsmaßnahmen ins Auge.
Es fällt auf, dass sich die meisten in Deutschland aktiven Naturschützer sehr selektiv entrüsten. So regt sich sofort Widerstand, wenn irgendwo ein paar Bäume gefällt werden müssen oder größere Erdarbeiten anstehen. Braunkohletagebaue, Steinbrüche, Kiesgruben oder auch die Anlage neuer Schienen- und Autobahntrassen oder Flughäfen finden in den Augen der Natur-Lobbyisten keine Gnade, auch wenn wir offen gelassenen Steinbrüchen oder Kiesgruben die wertvollsten Biotope verdanken. Werden hingegen ganze Regionen in Mais-Monokulturen verwandelt, um daraus hoch subventioniertes Biogas zu erzeugen, halten sich die Proteste in Grenzen. Weiterlesen

Die Bundesregierung möchte noch im Januar 2013 ein Förderprogramm für die so genannte energetische Sanierung von Wohngebäuden starten. Ursprünglich sollte die Förderung in Form von Steuer-Gutschriften erfolgen. Doch das entsprechende Gesetz wurde von der rot-grünen Mehrheit im Bundesrat blockiert. Nun sollen für den gleichen Zweck bis zum Jahre 2020 insgesamt 2,4 Milliarden Euro für direkte Zuschüsse von jeweils maximal 5.000 Euro je Sanierungsvorhaben bereitgestellt werden. So genannte Energieeffizienzhäuser sollen aber größere Zuschüsse von bis zu 25 Prozent der Investitionssumme erhalten können.
Als ich noch ein kleiner Junge war, hielt mich meine Großmutter immer mit der oft wiederholten Ermahnung „Beim Streichholz fängt das Sparen an“ zum sparsamen Gebrauch von Streichhölzern und anderer Hilfsmittel des täglichen Lebens an. Später wurde diese Mahnung für mich zum Sinnbild des Sparens vom falschen Ende her. Zwar ist am Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“ durchaus etwas dran. Aber wenn es ums Energiesparen geht, legt es einem der gesunde Menschenverstand nahe, bei den größten Energiefressern zu beginnen und sich die kleineren später vorzunehmen. Doch die EU steht mit dem gesunden Menschenverstand bekanntermaßen auf Kriegsfuß. So propagierte sie die vergleichsweise teuren Energiesparlampen mit giftigem Quecksilber als Einstieg in den sparsamen Umgang mit Energie, obwohl die Beleuchtung in Deutschland insgesamt nur 0,7 Prozent des Primärenergiebedarfs benötigt. 